Die im Römermuseum Obernburg am Main
präsentierten  Funde aus dem Lagerdorf und
dem Kastell Nemaninga
der 4. aquitanischen
Reiterkohorte römischer Bürger sowie des
Britonennumerus der nemaningensischen
Grenzschützer vermitteln einen lebendigen
Einblick in das Alltagsleben eines Limes-
Kastells am Mittelabschnitt des „Nassen Limes“.

Im Eingangsbereich veranschaulichen ein Modell mit Landkarten die Situation des römischen Reiches am Beginn des 2. Jahrhunderts n. Chr. Vor dem Museum steht die Rekonstruktion einer Jupiter-Gigantensäule. Das Fragment der Originalbekrönung neben dem Modell zeigt den keltischen Radgott Taranis in Gestalt Jupiters.

Die Weihesteine der Benefiziarier der  22. und 8. Legion sowie die der Holzfäller-Vexillationen sind herausragende Beispiele für die Militär- und Zivilverwaltung. Die Bauinschrift aus dem Jahr 162 n. Chr. dokumentiert das nun mit Sandsteinen aufgebaute, von den germanischen Katten zerstörte Erd- Holzkastell.

Im Keller liegt neben der Treppe ein nach römischem Vorbild
im 17. Jahrhundert gesetzter Hausbrunnen. Die Stifterinschrift des Appuleius für das Mithräum des unbesiegbaren Sonnengottes Mithras war 1967 unter dem ehemaligen Hauptaltar der St. Annakapelle gefunden worden.

Zusammen mit der Reliefbüste des Gottes, die einst den Türsturz des Eingangs zum Mithräum zierte, besitzt das Museum damit einmalige archäologische Zeugnisse für den vorchristlichen Ursprung unseres Dreikönigs- und Weihnachtsfestes.


Das Zwischengeschoss vermittelt einen Einblick in den Götter- und Totenkult. Besonders beachtenswert sind die Grabsteine, eine Sphinx, das Relief eines Leier spielenden Apollo sowie der von C.A. Utilis, dem Schreibstubenvorsteher der Britonen, gestiftete Altar.

Im Obergeschoss wird das Alltagsleben veranschaulicht. Werkzeuge, Fibeln, kosmetische und medizinische Instrumente, Gebrauchskeramik, Münzen usw. dokumentieren den Ursprung unserer heutigen Kultur, unserer Ess- und Lebensgewohnheiten. Die Fragmente einer in Rom um die Mitte des 4. Jahrhunderts n. Chr. hergestellten Schliffglasschale sind ein frühes Zeugnis für eine christliche Gemeinde.

Die im Jahre 2000 ausgegrabene Benefiziarierstation, die unter dem Torhaus vor dem
Oberen Tor liegt, ist in ihrer Art eine Imperium weite Einmaligkeit.